Markthalle "Mercado dos Lavradores" in Funchal

Heute hat es uns in die Inselhauptstadt Funchal im Süden Madeiras verschlagen. Als erstes haben wir dort die Markthalle „Mercado dos Lavradores“ in der Altstadt angesteuert, da ich ja bekanntlich ein Faible für solche Markthallen habe. In Madrid komme ich ja auch immer nur schwer am Mercado de San Miguel vorbei, auf Mallorca hat mir der Mercat de l’Olivar in Palma gut gefallen und auch die Markthalle in Hannover ist immer einen Besuch wert, wenn ich vor Ort bin.

Mercado dos Lavradores

Die Markthalle in Funchal hat mehr Marktplatzflair, sie lädt natürlich auch zum Verweilen und Genießen (zum Beispiel auf der Dachterrasse) ein, in Summe ist es aber wirklich mehr ein Einkaufspunkt als ein Ort, an dem man in Gesellschaft sitzt und genießt.

Blick in den Innenhof des Mercado dos Lavradores

Doch von vorne: Beim Mercado dos Lavradores reihen sich Obst- und Gemüsestände aneinander, es gibt Leder- und Korbwaren, die gesamte Blumenvielfalt Madeiras zum Mitnehmen und einen großen Bereich mit Fisch, der vor Ort frisch zerlegt wird.

Fischhalle im Mercado dos Lavradores in Funchal

Für Fischliebhaber ist der Mercado dos Lavradores sicher ein toller Anlaufpunkt, doch auch für mich als Nicht-Fischesser war der Besuch in Funchals Markthalle spannend. Überall leuchten frische Obst- und Gemüsesorten, Bekanntes und Unbekanntes – ich bin wieder auf die Maracuja-Banane gestoßen – Teures und Günstiges.

Krasse Preisunterschiede im Mercado dos Lavradores

Ich hatte im Vorfeld schon gelesen, dass die Preise im Mercado dos Lavradores teilweise extrem überzogen sein sollten, vor allem im Obergeschoss, wohin nur wenige Einheimische gehen. Allein bei den Bananen war ein krasses Gefälle bei den Preisen zu beobachten. Der Kilopreis reichte von 0,75 Euro bis 9,80 Euro. Ich habe gelernt, dass man dabei Bananen nicht mit Prata Bananen vergleichen darf. Prata Bananen sind geschmacklich deutlich intensiver, haben weniger Kalorien und sollen leichter verdaulich und haltbarer sein. Doch die Preisspanne mit 3,50€ pro Kilo zu 9,80€ war für Prata Bananen überraschend groß, und auch normale Bananen hatten sehr unterschiedliche Preise.

Zum Vergleich: Im Supermarkt haben wir dieser Tage einen Euro für ein Kilo Bananen bezahlt. Auch die Maracuja-Bananen gab es zu diesem Preis bei dem kleinen Bauernmarkt, wo wir sie dieser Tage entdeckt hatten. Beim Mercado dos Lavradores kosteten die Maracuja-Bananen bis zu vier Euro pro Kilo.

Weiter zur Kräuter- und Gewürzecke auf dem Mercado dos Lavradores. Hier dominierte ein frischer, zitroniger Duft. Und schnell wussten wir, wo er herkommt – von einem leckeren Limonentee!

Extrem lecker: Bolo do Caco

Mein persönliches Highlight war das Bolo do Caco, ein für Madeira typisches Brot, für das neben Mehl, Hefe & Co. eine helle Süßkartoffelart als Zutat benötigt wird. Wir hatten es für die am ersten Tag geplanten Hähnchentaschen vom Grill gekauft und waren schon dort begeistert, ohne zu wissen, dass das Bolo do Caco eine Spezialität der madeirischen beziehungsweise portugiesischen Küche ist: ein weiches, saftiges und zugleich volles Brot, eine Art Fladenbrot, das eine ganz leichte Süße hat.

Das Bolo do Caco gibt es in Funchal fast an jeder Ecke zu kaufen, teilweise kann man direkt in die Backstube schauen und beim Zubereiten zusehen. Serviert wird das Bolo do Caco dann angeröstet und beispielsweise mit Knoblauchbutter oder Chorizo oder Käse und Schinken. Letzteres haben wir getestet und diese Variante war sehr lecker. Für Zuhause steht das Bolo do Caco als definitiv auf meiner Brotback-To-Do-Liste ganz oben.

Süchtig machendes Bolo do Caco in Funchal auf Madeira

Mein kurzes Fazit: Der Mercado dos Lavradores ist definitiv einen Besuch wert, wenn man in Funchal ist. Aber die mir bekannten Markthallen in Madrid und Palma fand ich deutlich reizvoller. Dort gab es einen stimmigeren Mix aus Marktplatzflair, Genießermeile und Raum zum Verweilen, Quatschen, Essen, Trinken – bei moderateren Preisen. Und das schätzen vor allem auch die Einheimischen, was man als Tourist natürlich direkt merkt 🙂

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