Unser diesjähriger Urlaub hat uns über den Atlantik nach Costa Rica geführt, in ein wildes und raues Land mit tollen Menschen, leckerer Küche und Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit. Während dieser Reise sind wir auch für drei Tage in Atenas geblieben, ein Ort, der nicht sonderlich touristisch ist. Ich mag diese nicht-touristischen Orte sehr gerne, auch wenn sie vielleicht nicht so hübsch sind. Schließlich hat man hier am ehesten die Chance, Einblicke in das Leben der Einheimischen zu bekommen.

Hier haben wir dann den Bauernmarkt in Atenas besucht, der dementsprechend kaum von Touristen frequentiert war. Die Landwirte bieten hier verschiedenste Erzeugnisse an, von Obst und Gemüse bis hin zu Fleisch und Backwaren. Sogar lokalen Kaffee und Kakaofrüchte konnte man hier kaufen! Der Bauernmarkt in Atenas war allerdings nicht einfach zu finden. Wenn man die Leute auf der Straße nach dem Wochenmarkt fragt, dann wird man auf den (kleinen) Markt am Busbahnhof verwiesen. Dort gibt es nur ein paar kleinere Geschäfte, die Obst, Gemüse und Fleisch verkaufen, aber nicht im Sinne eines Wochenmarktes. Der eigentliche Wochenmarkt, auf dem die Landwirte frisch anbieten, ist nämlich am Rande Atenas. Dank eines Tipps von einem netten Einheimischen haben wir dann doch noch den richtigen Markt gefunden!

Obst und Gemüse auf dem Bauernmarkt in Atenas

Fast alles wächst zu jeder Jahreszeit in Costa Rica, was für mich als Europäer ungewohnt ist. Vor allem die Qualität des Obst und des Gemüse ist kein Vergleich zu dem, was wir bei uns daheim kaufen können. Eine Ananas in Costa, oder sei es auch Bananen, schmecken ganz anders hier vor Ort. Das liegt daran, dass die Früchte nicht unreif geerntet, verschifft und dann hier künstlich nachgereift werden. Eine reif geerntete Frucht schmeckt einfach viel intensiver und aromatischer!

Für mich ist es die pure Erholung, über einen solchen Wochenmarkt zu schlendern und die Sachen mir anzusehen. Besonders aufgefallen sind mir die Litschis, die die Costa Ricaner gerne als Snack verzehren. Aus diesem Grund findet man auch an den Hauptstraßen viele Litschi-Verkäufer, die einen Sack mit den Früchten verkaufen. Die Costa Ricaner essen die Litschis zum Beispiel gerne während des Autofahrens, so dass man auf den Straßen durchaus öfter mal geöffnete Litschi-Schalen herumliegen sieht 🙂

Köstlichkeiten zum Probieren

Neben dem ganzen frischen Obst und Gemüse gab es auch diverse Snack-Stände auf dem Bauernmarkt in Atenas, an denen man Kleinigkeiten essen konnte. Wir haben verschiedene Dinge probiert wie zum Beispiel Tamales, Pupusas und Pipa Fria.

Fangen wir mit den Tamales an, die ein traditionelles Essen in Costa Rica (bzw. allgemein in Zentral- und Lateinamerika) sind. Dabei handelt es sich um Maisteig, der in Bananenblättern gekocht wird. Die Füllung kann variieren und ist häufig mit Käse oder Fleisch. Zu den Tamales isst man gerne auch eine Art Krautsalat, der mit Möhren und weiterem Gemüse erweitert wurde. Häufig ist der Krautsalat sauer-scharf eingelegt. Die Zubereitung der Tamales ist sehr zeitintensiv, weswegen das Gericht nur zu besonderen Anlässen gekocht wird – nicht ohne Grund sind die Tamales vor allem zu Weihnachten beliebt, wenn die Familie zusammenkommt und man sich mehr Zeit zum Kochen nimmt. Auf dem Bauernmarkt hat eine alte Frau die Tamales verkauft und ich konnte nicht widerstehen, dieses Gericht zu probieren.

Geschmacklich fand ich die Tamales dann interessant, aber nicht außerordentlich lecker. Der Maisteig an sich hat eine weiche, etwas klebrige Konsistenz und wenig Eigengeschmack. Die Füllung muss dann für die Aromen sorgen. Es war interessant, die Tamales zu probieren. Aber auf dem nächsten Bauernmarkt muss ich sie nicht unbedingt wieder essen…

Neben den Tamales habe ich auch noch Pupusas probieren können. Pupusas kommen eigentlich aus Argentinien und sind durch Einwanderer nach Costa Rica gekommen und mittlerweile auch in Zentralamerika weit verbreitet. Pupusas sind im Grunde Tortillas, in die eine Füllung eingebacken wurde. Diese Tortilla-Teiglinge wurden auf dem Bauernmarkt frisch auf einer heißen Grillplatte gebacken und es gab sie mit Käse-, Fleisch- und Gemüsefüllung. Die gemischte Füllung mit Käse und Fleisch war im Angebot und so habe ich diese mal probiert. Und ja, ich muss sagen, dass mir die Pupusas sehr gut geschmeckt haben. Die Tortillas haben einen kräftigen Eigengeschmack durch das intensive Maismehl. Auch gab es hier wieder den sauer-scharfen Krautsalat als zusätzliche Würzung. Lecker!

Kommen wir nun zur Pipa Fria, dem Nationalgetränk schlechthin in Costa Rica! Pipa Frias sind die Trink-Kokosnüsse, die an jeder Straßenecke wohltemperiert (gekühlt) verkauft werden. Die Frucht ist noch grün und unreif und wird nach etwa sieben Monaten geerntet, circa drei Monate vor Ende der Reifezeit. Zu diesem Zeitpunkt enthält die Kokosnuss das meiste Kokoswasser und viele gute Vitamine und Nährstoffe. Unter anderem ist die Pipa Fria reich an Magnesium, Kalzium und Elektrolyte. Und obwohl ich eigentlich kein Fan von Kokos bin, mochte ich die Pipa Fria gerne. Das kühle Wasser der Frucht ist sehr erfrischend und schmeckt erstaunlich wenig nach Kokos. Somit war die Pipa Fria auf unseren Fahrten durch das Land stets eine willkommene Erfrischung!

Zusammengefasst war der Bauernmarkt in Atenas auf jeden Fall einen Besuch wert. Allein die Auswahl an frischem Obst und Gemüse war beeindruckend und es ist immer wieder schön, dem geschäftigem Treiben auf einem Wochenmarkt zuzusehen. Und wenn man dann hier und da noch Kleinigkeiten probieren kann, rundet es so einen Wochenmarktbesuch perfekt ab!

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