Mein Einkauf in The Good Food (Anschnitt)

Leider landen in Deutschland tagtäglich viele Lebensmittel im Müll, weil sie nicht die Norm erfüllen, krumm oder schmutzig sind, nicht mehr ganz frisch aussehen oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, obgleich sie noch genießbar wären. In Köln hat nun der Reste-Supermarkt „The Good Food“ aufgemacht. Hier landet alles im Regal, was woanders aussortiert wurde oder von lokalen Bauern gar nicht erst geerntet wird, weil beispielsweise der Kohlkopf zu klein ist oder der Bauer so viel Salat auf dem Feld hat und schon weiß, dass er die Menge auf dem Markt nicht los wird. Das Team von „The Good Food“ holt dies Lebensmittel ab und erntet „Restbestände“ sogar frisch vom Feld. Der Preis für die Ware bei „The Good Food“? Das, was es dir wert ist. Richtig, man entscheidet also selbst, was man für seinen Einkauf bezahlt.

Wie ihr wisst, stellen wir gern Grillbares aus dem zusammen, was wir im Haus haben, und kaufen ungern für ein bestimmtes Rezept jede Menge Zutaten an, von denen danach die Hälfte erst einmal im Regal landet. Und deshalb finden wir auch die Idee von „The Good Food“ so gut! Wenige Tage nach der Eröffnung stehen wir also vor dem Laden in der Venloer Straße 414, um zu schauen, welche grillbaren Lebensmittel wir retten können.

Mein Einkauf bei „The Good Food“

Zwischen abgelaufenem Kokosmus, Saucen, Himbeerbonbons und Backwaren vom Vortag lachen mich vor allem kleine, kugelrunde Bio-Kartoffeln und krumme Mini-Möhrchen an. Der Slogan von dem Reste-Supermarkt „Liebe auf den zweiten Blick“ trifft es, denn schon im Geschäft freue ich mich auf das Vergrillen der Kartöffelchen und Karotten. Außerdem erstehen wir einen veganen Grillmix mit einem Seitan-Steak, eine Seitan-Chorizo-Bratwurst und drei Seitan-Frankenberger und zwei Flaschen just abgelaufenes Schädelbräu. Schädelbräu ist ein Lagerbier, das in Köln gebraut wird und in seiner kleinen, brauen 0,25 l Flasche mit rot-weißem Etikett schon optisch nicht wie ein 0815-Bier daherkommt.

Schon verrückt, da steht man also in diesem kleinen, mit ganz viele Liebe eingerichteten Lädchen, schaut in die Regale – und packt dann einfach alles direkt in seine Einkaufstasche. Denn beim Prinzip „Zahl, was es dir wert ist“ erübrigt sich schließlich das Abkassieren der ausgewählten Waren. Fühlt sich im ersten Moment komisch an, sorgt aber auch für Gesprächsstoff mit anderen Neulingen im Geschäft. An der Kasse wird schließlich nur ein neugieriger Blick in unsere Einkaufstasche geworfen und ich reiche einen Schein über die Theke. Das war also unser erster Einkauf bei „The Good Food“!

Grillen mit „The Good Food“

Zuhause angekommen, schäle ich die Kartöffelchen und die Möhren, öle sie etwas und gebe sie auf meinen auf 250 Grad vorgeheizten Grill zusammen mit dem veganen Grillmix. Schnell verrühre ich noch Quark mit etwas Milch, Olivenöl, Pfeffer und Kräutersalz, damit wir einen leckeren Quark zum Grillgut haben. Wie ich ja schon berichtet habe, bin ich mit Tofuwürstchen schon mal auf die Nase gefallen (definitiv nicht mein Geschmack und irgendwie ein bisschen gummihaft) und bin umso gespannter, ob mich die Seitan-Produkte überzeugen können.

Seitan-Grillmix grillen

Nach etwa 10 – 15 Minuten Grillzeit bin ich schlauer: Die Seitan-Frankenberger würde ich bei den Tofuwürstchen einreihen, definitiv nicht meine Lieblinge. Aber das Seitan-Steak ist gar nicht mal übel und die Seitan-Chorizo-Bratwurst schmeckt wirklich gut. Sie hat die Chorizo-typische pikante Konsistenz und scharfe Note. Die Kartoffeln und die Möhren begeistern uns wiederum total: Beides sehr intensiv und pur im Geschmack, als wenn man sie im eigenen Garten geerntet hätte. Vor allem die Möhren sind sehr lecker. Schön knackig, süßlich und kräftig im Geschmack! Und dazu das Schädelbräu: süffig und zugleich leicht herb. Nicht schlecht!

Mein The Good Food Menü

Ich würde sagen, unser Einkauf bei „The Good Food“ hat sich definitiv gelohnt: Wir haben mit unserem Einkauf das Konzept unterstützt und einen kleinen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung geleistet – und wir sind mit all dem im Einkaufsbeutel nach Hause gefahren, was wir für ein schnelles, schmackhaftes vom Grill benötigen! Das war definitiv nicht unser letzter Einkauf bei „The Good Food“!

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